Pressemitteilung zu unserer Umfrage „Welche Themen sind Eltern in ihrer Kita wichtig?“

Lippstadt. Der Stadtelternrat hat die Ergebnisse seiner Umfrage „Welche Themen sind Eltern in ihren Kitas wichtig?“ veröffentlicht. An der Online-Befragung beteiligten sich Eltern von 1.117 Kindern. Es gibt viele Themen, die für Eltern wichtig sind. Eine gesunde Ernährung, ein möglichst kleiner Betreuungsschlüssel und qualifiziertes Fachpersonal werden als wichtig benannt. Während sich 85% aller Eltern zufrieden bis sehr zufrieden mit der Betreuungsqualität zeigen, gibt es viele Verbesserungswünsche im Bereich der Betreuungszeiten. Die Umfrage zeigt ganz deutlich, dass sich Eltern neben einer Reduzierung der Schließzeiten in den Sommerferien und einer garantierten Notbetreuung im Falle einer Schließung des Kindergartens vor allem eine flexible 35-Stunden-Block-Betreuung wünschen.

Eigentlich brauchen viele Eltern in Lippstadt nur einen 35-Stunden-Platz, weil ein Elternteil nur Teilzeit arbeitet und die Kinder bereits am frühen Nachmittag aus der Kita abholen kann. Trotzdem buchen viele Eltern einen deutlich teureren 45-Stunden-Platz. Deren Anteil ist in Lippstadt mit 48,59 Prozent im NRW-Vergleich auffällig hoch.

Das Problem: In vielen 35-Stunden-Plätzen ist keine Übermittagsbetreuung mit einem warmen Mittagessen vorgesehen. Eltern müssen ihr Kind also vor dem Mittagessen abholen und können es am Nachmittag zurück in die Kita bringen. „Unsere Gesellschaft durchlebt einen Wandel. Doppelte Erwerbstätigkeit ist für viele Familien unabdingbar. Wenn man sein Kind um 12:30 Uhr abholen und erst um 14:30 Uhr wieder zurück in die Kita bringen kann, weil eine Versorgung mit einem warmen Mittagessen in der Einrichtung nicht ermöglicht wird, dann behindert dies die notwendige Erwerbstätigkeit.“ so die Vorsitzende des Stadtelternrates Jana De Vidts.

Der Jugendamtselternbeirat (JAEB) Lippstadt fordert deshalb die deutliche Ausweitung von Betreuungsplätzen mit 35 Stunden ohne Übermittagsbetreuung.

Die Formulierung im Kinderbildungsgesetz (KiBiz, §13d und 13e) sagt: „In der Regel ist eine durchgehende Betreuung über Mittag anzubieten“. Weiter heißt es: „Wird in der Tageseinrichtung Mittagessen angeboten, so ist jedenfalls jedem Kind mit einer wöchentlichen Betreuungszeit ab 35 Stunden grundsätzlich die Teilnahme zu ermöglichen.“ Der Ministerialdirigent Manfred Walhorn bestätigte in der Vollversammlung der Jugendamtselternbeiräte am 23.02.2019 in Düsseldorf, dass es nur eine Hand voll von Kommunen in NRW gibt, in denen die Betreuungsplätze mit 35 Stunden ohne eine angemessene Mittagsversorgung überhaupt bestehen.

Die Eltern haben tatsächlich jedoch das Gefühl durch die fehlenden Mittagsplätze in einen 45-Stunden-Betreuungsvertrag gedrängt zu werden, kritisiert die Elternvertretung. Neben den höheren Kosten für die Eltern in Form eines erhöhten Elternbeitrags wird auch die Stadt durch deutlich höhere Kosten für die Bezuschussung der 45-Stunden-Plätze belastet.

Der Stadtelternrat hat bereits erste Gespräche mit Trägern der Kindertageseinrichtungen und der Stadt Lippstadt geführt, um Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Die Argumente und Zahlen liegen auf der Hand. Der JAEB erhofft sich ein Einlenken der Träger und Kindergärten.

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand des Jugendamtselternbeirats

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